Statement der Hochschulleitung: Gewalttat in Stade

Statement der Hochschulleitung der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie Hamburg zu den getöteten Sozialarbeitenden in Stade.

Wir trauern. Sechs Sozialarbeitende sind am 29. Juni 2026 in Stade in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe getötet worden. Unsere Gedanken und unser tiefes Mitgefühl gelten den Angehörigen, den Freund*innen, den Kolleg*innen vor Ort und allen, die diese Menschen kannten, schätzten und liebten.

Als Hochschule, die Sozialarbeiter*innen im Norden von Deutschland ausbildet, fühlen wir uns diesem Geschehen in besonderer Weise verbunden. Wir bilden zukünftige Sozialarbeitende darin aus, sich für die Adressat*innen der Sozialen Arbeit einzusetzen, sie zu schützen und ihre Rechte zu wahren. 

Wir nehmen die Sorgen unserer Studierenden ernst. Viele von ihnen stehen am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn und fragen sich, welche Bedingungen sie erwarten werden. Diese Fragen bestehen unabhängig von den Ereignissen in Stade. 

Soziale Arbeit findet in belasteten Kontexten statt: mit hohen Fallzahlen, Personalmangel, knappen Ressourcen und einer gesellschaftlichen Randstellung, die oft hinter der tatsächlichen Bedeutung der Profession zurückbleibt.

Es braucht daher eine Gesellschaftspolitik, die Soziale Arbeit als unverzichtbare Investition in Zusammenhalt, Teilhabe und Schutz begreift und Kürzungen sowie Verweigerung von Hilfen zurückweist. Gute Soziale Arbeit braucht faire Personalschlüssel, Zeit für Beziehungsarbeit und Krisenintervention, verlässliche Supervision – und bindende Schutz- und Sicherheitskonzepte in allen sozialen Einrichtungen.

Wir schließen uns der Haltung des Deutschen Berufsverbands für Soziale Arbeit (DBSH) an: 

Es gilt die strukturellen Bedingungen der Sozialen Arbeit nicht aus dem Blick zu verlieren. Als Hochschule für angewandte Wissenschaften reflektieren wir die Verbindung zwischen Studium und Praxis. Ein Professionsverständnis, das grundlegend auf sozialer Verantwortung und Vertrauen baut, kann nur dort gelingen, wo Gesellschaft und Politik den dafür notwendigen Rahmen schaffen und erhalten.

Doch in diesen Tagen gebührt der Trauer aller Betroffenen Raum.

Prof. Dr .Kristina Dronsch

Prof. Dr. Jutta Wedemann

Catherine Möhring

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Bild mit Kerze: Statement zur Schießerei in Stade Statement Evangelischen Hochschule Hamburg