Soziale Arbeit und Diakonie: Entdeckungen in Aarhus
Von 18.05.2026 bis zum 20.05.2026 fuhren wir, 26 Studierende unterschiedlicher Studiengänge der Evangelischen Hochschule, und Prof. em. Dr. Ulrike Suhr nach Dänemark, wo wir die Diakonenhojskolen in Aarhus besuchten. Vor Ort haben wir einiges über das Ausbildungssystem kennengelernt und waren viel mit den Studierenden in Aarhus im Austausch.
Gemeinsames Lernen und Singen
Wir besuchten mehrere Seminare, unter anderem zusammen mit den Studierenden der Diakonenhojskolen. Am ersten Tag gab es eine Einheit mit Dr. Bodil Lodberg und Prof. Dr. em. Peter Lodberg zum Thema: „The Lutheran Church and the Welfare System in Denmark“. Bodil und Peter Lodberg skizzierten die Geschichte Dänemarks, in der die lutherische Kirche historisch und aktuell eine wichtige Rolle spielt. Da 70% der Bevölkerung Evangelisch-Lutherisch sind, nimmt auch die Kirche einen entsprechenden Stellenwert ein. Zugleich ist der Staat für viele Aufgaben in der Sozialarbeit zuständig, so dass es, anders als in Deutschland, keine zentralen diakonischen Institutionen gibt.
Den Abend haben wir zusammen mit dänischen Studierenden am Lagerfeuer ausklingen lassen, wo es einen regen Austausch über die verschiedenen Kulturen und Studiengänge gab, begleitet von einen Wettkampf im Axtwerfen, und Pfannkuchen über dem Lagerfeuer.
Am Dienstag besuchten wir gemeinsam mit den Studierenden der Diakonenhojskolen ein Seminar über Ethik. Da die Dänen ihre Seminare immer mit gemeinsamem Singen beginnen, startete der Tag mit einer Gesangseinheit, welche von einer Studentin von uns auf dem Klavier begleitet wurde. Während des Seminars hatten wir mehrere Gruppenarbeiten, in denen wir uns über unterschiedliche ethische Probleme austauschten. Beendet wurde die Einheit mit dem Klassiker „99 Luftballons“. Am Nachmittag fuhren einige von uns in die Altstadt von Aarhus und Prof. Dr. Ulrike Suhr machte mit uns eine Führung. Andere waren am Strand baden oder haben die Stadt eigenständig erkundigt. Abends haben wir uns alle beim Street Food Market getroffen und haben den Abend mit einem gemeinsamen Abendessen und anschließendem Gang zum Hafen genossen.
Besuch von sozialen Einrichtungen in Aarhus
Am Mittwoch besuchten wir zum Abschluss drei unterschiedliche soziale Einrichtungen, die aus christlichen Initiativen entstanden.
Zunächst waren wir in einer Einrichtung, die Sexarbeiterinnen unterstützt. Connie, eine Mitarbeiterin, die selbst Grönländerin ist, erzählte von den besonderen Schwierigkeiten, mit denen grönländische Frauen in Dänemark konfrontiert sind: mangelnde Sprachkenntnis, Diskriminierung, Isolation. Für sie ist Connie eine wichtige Ansprechpartnerin, weil sie den gleichen kulturellen Hintergrund hat. In der Einrichtung selbst gibt es verschiedene Räumlichkeiten, wo die Frauen zusammen spielen, kreativ sein oder sich beraten lassen können. Zudem gibt es die Option, an speziellen Tagen einen Arzt aufzusuchen, der in die Einrichtung kommt.
Haldor Huset ist eine Einrichtung, die sich wohnungslosen jungen Menschen widmet. Die Mitarbeitenden unterstützen die jungen Menschen und diese können dort verschiedenen Tätigkeiten nachgehen. Unter anderem werden Workshops angeboten und in der Nähwerkstatt entstehen neue Produkte aus alter Kleidung.
Zuletzt besuchten wir Kofoed Skole, ein soziales Angebot für Menschen, die aktuell keinen Job haben oder ihn nicht ausüben können. Die Einrichtung bietet niedrigschwellige Arbeitsmöglichkeiten und Beratungen an. Es gibt unterschiedliche Werkstätten, in denen die Menschen arbeiten können und ihre Kompetenzen einbringen können. Gemeinsamer Treffpunkt ist ein kleines Café in der Schule.
Diese Fahrt eröffnete uns einen spannenden Blick auf Dänemark, das Studium und die dortige Soziale Arbeit!
zurückWeitsicht über Aarhus.
Blick vom Stand auf Aarhus.
Den Abend zusammen am Lagerfeuer ausklingen lassen.
Besuch des sozialen Angebots Kofoed Skole.
Keramik gestalten in der Kofoed Skole.