Capability-basierte Lebensqualität im Kontext wirkungsorientierter Assistenzplanung

Im Rahmen eines als Reallabor gestalteten kooperativen Forschungsprojekts zwischen dem „Forschungsteam Behinderung und Teilhabe“ (FBT) der Evangelischen Hochschule Hamburg und der Sozialkontor gGmbH wurde die Einführung des Instruments „MeinNavi“ wissenschaftlich begleitet. 

Ziel 

Ziel des Projekts war es, die Entwicklung der subjektiv eingeschätzten Lebensqualität von Nutzer*innen der Eingliederungshilfe im Kontext einer stärker personenzentrierten und wirkungsorientierten Assistenzplanung zu untersuchen.

Forschungsdesign

Die Studie wurde als Reallabor angelegt und verband empirische Forschung mit praxisbezogener Weiterentwicklung. Im Zentrum stand die Frage, wie sich capability-basierte Lebensqualität – verstanden als individuelle Verwirklichungschancen – im Zuge der Implementierung eines neuen Assistenzplanungsinstruments verändert. Zur Erhebung wurde der international etablierte Fragebogen OxCAP-MH eingesetzt, der nicht nur tatsächliche Lebensbedingungen, sondern insbesondere wahrgenommene Handlungsspielräume erfasst.

Die Datenerhebung erfolgte zu drei Zeitpunkten (2024–2025) in verschiedenen Bereichen der Eingliederungshilfe. Ergänzend zur quantitativen Auswertung wurden die Ergebnisse im Sinne des Reallaboransatzes in Qualitätszirkeln gemeinsam mit Nutzer*innen und Fachkräften reflektiert und interpretiert. Auf diese Weise konnten empirische Befunde und praktische Erfahrungen systematisch miteinander verknüpft werden.

Ergebnisse 

Die Ergebnisse zeigen insgesamt stabile und auf vergleichsweise hohem Niveau liegende Einschätzungen der Lebensqualität. Veränderungen treten vor allem in einzelnen Dimensionen und spezifischen Teilgruppen auf. Besonders relevant sind dabei geschlechtsspezifische Unterschiede, Entwicklungen im Bereich sozialer Beziehungen sowie ein Rückgang beim Zugang zu interessanten Aktivitäten. Die Befunde verdeutlichen zudem, dass subjektiv wahrgenommene Lebensqualität nicht unmittelbar mit strukturellen Handlungsspielräumen gleichgesetzt werden kann und im Kontext sozialer, institutioneller und individueller Bedingungen zu interpretieren ist.

Das Projekt liefert damit wichtige Impulse für die fachliche Weiterentwicklung wirkungsorientierter Assistenz in der Eingliederungshilfe und zeigt zugleich den Bedarf an vertiefender – insbesondere qualitativer – Forschung auf.

 

Forschungsbericht

Lesen Sie hier den Bericht des Forschungsprojektes “Capability-basierte Lebensqualität im Kontext wirkungsorientierter Assistenzplanung”.

 

zurück zur Übersicht

Projektlaufzeit:
Oktober 2023 bis Juni 2026

Wissenschaftliche Leitung

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:

Alexa Fentrop
Forschungsteam Behinderung und Teilhabe (FBT)
afentrop@rauheshaus.de

Kooperationspartner

BHH Sozialkonto